Frohnlachs Siegtreffer kurz vor Schluss
Bis auf den Wettergott - es goss ununterbrochen in Kübeln - war es ein ansehnliches, gutes Landesligamatch zum Auftakt der neuen Saison 2010/11. Die 1500 Zuschauer brauchten ihr Kommen in Coburg in der Wiesenstraße nicht zu bereuen. Nach zweimaliger Führung des DVV, nahm letztendlich der Bayernligaabsteiger und Titelfavorit in dieser Serie, VfL Frohnlach, die Punkte mit ins Waldstadion.
Nach dem Landesliga-Auftaktspiel beim ASV Hollfeld gegen den Aufsteiger FC Burgkunstadt (Endergebnis 1:1), freuten sich die Fußballfans in Coburg und im Umkreis der Region auf das Match des gastgebenden DVV gegen den VfL Frohnlach. An der Wiesenstraße in Coburg kam es auch zum Aufeinandertreffen beider befreundeter Trainer, Stefan Braungardt (DVV) und Dieter Kurth (VfL), die gemeinsam zu Bayernligazeiten in Frohnlach spielten. Beide Coaches sind zuversichtlich was die kommende Saison betrifft, Stefan Braungardt will so früh wie möglich im gesicherten Mittelfeld mit Blickrichtung nach oben in der Tabelle stehen und der vom FC Eintracht Bamberg gekommene Dieter Kurth peilt den sofortigen Wiederaufstieg seiner Blau-Weißen in die Bayernliga an. Die zahlreich erwartenden Zuschauer waren gespannt, wer dieses ewige Nachbar-Rivalenderby, ob in der Bayern- oder Landesliga für sich entschied.
Coach Stefan Braungardt vom DVV konnte auf alle Mann zurückgreifen, er sagte zur Taktik vor dem Match: "Erst einmal sehen, das wir schnell ins Spiel kommen, nicht in Rückstand geraten und aus einer kompakten Abwehr heraus nach vorne spielen. Wenn jeder hundert Prozent seine Leistung bringt, ist mir nicht bange!" Sein Gegnüber Trainer Dieter Kurth vom VfL musste auf Thomas Karg verletzungsbedingt verzichten. Er meinte: "Wir sind hierher gekommen, um zu gewinnen, deshalb werden wir offensiv ausgerichtet mit einem 4-4-2-System die Partie angehen!"
DVV-Beginn wie die Feuerwehr
So begann bei Dauerregen, der seit den Nachmittagsstunden ununterbrochen das herrlich gepflegte Rasengrün im Dr.-Stocke-Stadion teilweise in einen See verwandelte, das mit viel Spannung erwartete Nachbar-Derby vor gutbesuchter Kulisse. Die Heimmannschaft vom DVV legte los wie die Feuerwehr und schnürte die Gäste mit schnellem Passspiel in ihre eigene Hälfte ein. Timo Jahrsdörfer und Patrick Schuberth über die linke Seite entwickelten mächtig Druck und ließen der Frohnlacher Abwehr kaum Luft zum atmen. Lukas Engelmann und Tobias Dalke setzten immer wieder den ständigen Unruheherd und brandgefährlichen Coburger Kapitän David Reich in Szene, der auch die erste Großchance hatte. Ein schneller Beginn ohne große Schnörkel auf beiden Seiten, die Gäste starteten ihren ersten gefährlichen Gegenangriff über Tayfun Özdemir auf der rechten Seite, doch seine scharfe Hereingabe fand in Keeper Bastian Bauer seinen Meister. Dieser fackelte nicht lange und brachte mit einem weiten Abwurf über die Hälfte des Platzes auf Tobias Dalke die nächste gute Gelegenheit für die Coburger. Frohnlach ließ sich aber nicht nervös machen und beeindrucken vom stürmischen Auftakt der Roten aus der Vestestadt. Aus einer sicheren Viererabwehrkette um Andre Zapf, Marcel Burkard und den Routiniers Christian Beetz und Oliver Riley, bauten sie behutsam und sicher aus der eigenen Abwehr das Spiel ihrer Mannschaft auf. Anders die Gastgeber. Patrick Schuberth hatte die Anweisungen seines Trainers Stefan Braungardt befolgt, denn dies hieß, schießen aus jeder Entfernung auf diesem nassen Untergrund. Und so feuerte er aus gut und gerne 30 Metern eine Granate Richtung Tor des Frohnlacher Torstehers Christian Horcher ab, der aber die Kugel entschärfte. Die Blau-Weißen aus dem Ebersdorfer Ortsteil kamen aber meistens nur sporadisch über Tayfun Özdemir gefährlich in Tornähe. Er suchte den vom TSV Mönchröden gekommenen Torjäger Paul Scheller, der aber in den Anfangsminuten noch nicht allzusehr von sich Reden machte. Doch dann die frühe Führung für die Coburger. David Reich nutzte, bedingt durch die widrigen Umstände, einen Lapsus des Frohnlacher Keepers Christian Horcher. Dieser konnte den aalglatten Ball an der Außenlinie nicht festhalten und David Reich stibitzte ihm das Leder und drosch es aus spitzem Winkel in die Maschen (10.) zur 1:0-Führung. Wie würden die Gäste diesen Rückstand verkraften? Und es ging munter weiter, die Mohrenköpfe drängten weiter mit viel Elan auf das Gästetor. Hier tat sich einige Male auf der rechten Außenbahn der junge aus der U19 gekommene Simon Sommer hervor, der sich in den Angriff mehrmals einschaltete. Auch Stephan Leffer und Lukas Engelmann – der sich gegen die zwei Gästespieler Christian Beetz und Andre Zapf behauptete, aber sein Anspiel noch abgeblockt wurde – boten eine kämpferisch starke erste Halbzeit. Frohnlach kam aber besser ins Spiel. Angetrieben vom unermüdlichen Bastian Renk und Philip Streng wurden Paul Scheller, Rene Schubart und Manuel Fiori gesucht. Und Paul Scheller hatte den Ausgleich für Frohnlach auf dem Fuß. Völlig frei, mittig zum Tor, drosch er aber die Kugel haarscharf über den Kasten von Bastian Bauer. Das Match wogte hin und her, wobei Coburg gedanklich spritziger und bissiger wirkte, die Gäste aber mit dem ruhigem Spielaufbau. So hatten die Gäste mit DVV-Angreifer David Reich ihre liebe Mühe. Auf der Gegenseite blitzte die Klasse eines Paul Scheller auf, der mit Doppelpass mit Manuel Fiori erneut seine Torgefährlichkeit zeigte. Dann der Ausgleich zum 1:1, als Rene Schubart urplötzlich im Sechzehner der Coburger auftauchte und auch noch einen Abwehrspieler und Keeper Bastian Bauer geschickt verlud und einnetzte (27.). Gleich nach Wiederanstoß versuchte es Stephan Leffer ebenfalls mit einem Weitschuss, den der Gästekeeper wiederholt erst beim zweiten Nachfassen festhielt. Tobias Dalke scheiterte als nächster mit einem Freistoß aus 24 Metern an der gutpostierten Frohnlacher Mauer. Die nicht unverdiente Führung zu diesem Zeitpunkt in der 37. Minute. Bei einem Eckball von der rechten Seite stieg der Abwehrrecke Christian Goller am höchsten und platzierte das Leder unhaltbar im Gästekasten. Jetzt musste der letztjährige Bayernligist wieder einem Rückstand herlaufen. Tayfun Özdemir, der ein großes Laufpensum absolvierte, brachte die meiste Gefahr für die Gastgeber, immer wieder kam er über die rechte Außenbahn in Strafraumnähe. Auf der anderen Seite scheiterte Tobias Dalke wiederholt an der Mauer der Blau-Weißen mit einem angeschnittenen Freistoßheber. Eine Unsicherheit nach einem Eckball von Paul Scheller in der Heimhintermannschaft, nutzte Rene Schubart erneut und erzielte den 2:2-Ausgleich (42.). Das war auch die letzte Möglichkeit vor dem Pausenpfiff des gut leitenden jungen Referees vom TSV Eithausen, die Akteure hatten die Gelegenheit ihre nassen Trikots zu tauschen.
