DVV COBURG I - TG HÖCHBERG 1:4 (1:1)
Quo vadis DVV Coburg?
Seine Talfahrt setzte der DVV Coburg auch im dritten Saisonspiel gegen die TG Höchberg fort. Trotz einer frühen 1:0-Führung lieferten die Schützlinge von Stefan Braungardt eine emotionslose Darbietung ab und taumelte ohne Biss in eine auch in dieser Höhe verdiente 1:4-Heimpleite. Zwei Undiszipliniertheiten spiegelten wider, dass es derzeit an allen Ecken und Enden krankt. Michael Leffer handelte sich durch ein Frust- und Revanchefoul an Sven Gibfried unmittelbar vor dem Seitenwechsel eine Rote Karte ein und erwies seiner Mannschaft so einen Bärendienst. Ebenso ungeschickt stellte sich der gerade verwarnte Jakob Engelmann in der Schlussphase an, als er wegen Meckerns Gelb-Rot erhielt. Höchberg begann konzentriert. Neuzugang Dominik Barth hatte schon nach 36 Sekunden die Führung nach einer von Johannes Grieb ausgehenden Ballstafette auf dem Fuß. Seinen Flachschuss aus kurzer Distanz lenkte Torwart Bastian Bauer an den Pfosten. Weitere Hochkaräter vergaben Andreas Ullrich (5.) und Markus Spahn (6.), der an Bauer hängen blieb. Dann wurde DVV-Neuzugang Tobias Dalke seinem Ruf als Spezialist für Standardsituationen gerecht. Einen Freistoß von links zirkelte er genau auf David Reich (10.), der unhaltbar zum 1:0 ins linke obere Eck einköpfte. Der neue Kapitän Reich blieb in der Folgezeit der einzige Lichtblick. Wer geglaubt hatte, dieser Treffer würde den Hausherren gut tun, sah sich getäuscht. Vom Willen nachzulegen war wenig zu spüren. Lediglich eine schnelle Kombination von Michael Leffer über Dalke auf Reich sorgte für Aufsehen, doch der Goalgetter traf den Ball in aussichtsreicher Position nicht richtig. Ansonsten bauten pomadiges Ballgeschiebe und schlechtes Zweikampfverhalten der Hausherren die Gäste regelrecht auf. Völlig von der Rolle präsentierte sich die komplette Viererkette des DVV beim Ausgleich. Nach einem Anspiel von Youngster Giebel fühlte sich niemand für Andreas Ullrich (41.) zuständig, der das Leder am zögernden Bauer vorbei zum 1:1 über die Linie stocherte. Dann der Blackout von Michael Leffer, der von Giebel festgehalten wurde und sich mit einem Ellebogencheck revanchierte. Die Überzahl öffnete den Unterfranken in der Folgezeit alle Türen. "Uns mangelte es an der richtigen Körpersprache und am Willen das Spiel zu gewinnen. Die fehlende Aggressivität meiner Jungs war nicht nachvollziehbar", bilanzierte der sichtlich angefressene Stefan Braungardt hinterher. Tatsächlich taten die DVVler in den zweiten 45 Minuten zu wenig, um sich einem erneuten Scheitern entgegenzustemmen. Das nutzten die abgeklärten TGler eiskalt. Der effektive Spielführer Johannes Stumpf bediente von der linken Außenbahn Dominik Barth (55.) mustergültig, der unbedrängt zum vorentscheidenden 1:2 einschob. Nach dem gleichen Strickmuster ging es weiter. Christoph Schiebel hebelte durch einen schnellen Antritt und ein Solo über das halbe Feld eine halbherzige Abseitsfalle aus und legte wieder quer auf Barth (70.), der sich mit dem 1:3 bedankte. Erst jetzt raffte sich die Heimelf kurzzeitig auf. Mit seiner besten Tat vereitelte TG-Keeper Matthias Wohlfahrt gegen den nach einer Dalke-Eingabe freistehenden Reich (81.) den möglichen Anschlusstreffer. Ein gut getimter Kopfstoß von Reich (83.) strich knapp über die Querlatte. In der Schlussoffensive der Rand-Würzburger verhinderte Bauer zweimal einen Einschlag, ehe Barth (90.) mit seinem Hattrick alles klar machte. Das Fazit fällt für den DVV Coburg mit der Übernahme der roten Laterne ernüchternd aus. "Quo vadis?" heißt es nun am kommenden Samstag bei der SpVgg Selbitz, wo man deutlich zulegen muss. Höchberg besitzt erneut das Zeug, um vorne mitzumischen, zumal Top-Torjäger Pascal Blömer nach einem Kreuzbandriss in Kürze wieder ins Geschehen eingreifen kann. Stimmen zum Spiel Trainer Stefan Braungardt (DVV Coburg): "Unser heutiger Auftritt verlief auf der ganzen Linie enttäuschend. Meine Mannschaft hatte eine Blockade im Kopf, die sich bis hinunter in die Füße fortsetzte. Selbst nach der 1:0-Führung wirkten wir gehemmt, nach dem Ausgleich völlig frustriert. Man muss Fußball in dieser Spielklasse erarbeiten, das findet bei uns derzeit nicht statt. Es fehlt die Leidenschaft." Trainer Martin Stöhr (TG Höchberg): "Wir waren gegen einen Widersacher, der seine Qualitäten hat, klar die bessere Mannschaft. Wir hätten früh in Führung gehen müssen, taten uns aber nach dem unnötigen Rückstand schwer, ins Spiel zurückzufinden. Im zweiten Durchgang lieferten wir eine konzentrierte Leistung ab und haben Coburg nicht mehr viel zugelassen. In punkto Selbstvertrauen besaßen wir deutliche Vorteile. Wir brauchen uns vor keinem Gegner zu verstecken."
Quelle: Anpfiff.info