DVV Coburg – FT Schweinfurt 2:2 (1:1)
Coburg Durch ein 2:2-Unentschieden gegen die Freien Turner Schweinfurt verpasste er DVV Coburg die Chance, sich weiter von der Zone der akut gefährdeten Mannschaften abzusetzen. Nun muss am Mittwoch im Nachholspiel gegen den ASV Hollfeld unbedingt ein Dreierpack her.
Zweimal mussten die Hausherren nach katastrophalen Abwehrfehlern einem Rücktand hinterherlaufen und zweimal kämpften sie sich zurück ins Spiel. Als sie dann in der letzten halben Stunde in Überzahl die Gelegenheit besaßen, den Sack zuzumachen, erwiesen sich die Kugellagerstädter als der erwartet kantige Widersacher, der hinten den Laden dicht machte.
„Wir hatten uns viel vorgenommen. Da meine Truppe aber heute nicht allzu gefestigt wirkte, vermied ich in der zweiten Halbzeit das volle Risiko. Auch der eine Punkt kann in der Endabrechnung viel Wert sein“, lautete die Analyse von DVV-Coach Stefan Braungardt. Tatsächlich präsentierte sich seine Truppe nach der Dauerbelastung der vergangenen Wochen körperlich und mental nicht so frisch wie in den vergangenen drei Heimpartien. Einige Leistungsträger vermochten sich nur phasenweise in Szene zu setzen.
Das war natürlich auch ein Produkt des über weite Strecken selbstsicheren Auftretens der Gäste, die kopfball- und zweikampfstark agierten. Ihr gepflegtes Kurzpassspiel und ihre zum richtigen Zeitpunkt forschen Attacken über die linke Außenbahn hinterließ Eindruck. FT-Trainer Ernt Gehling zeigte sich zufrieden mit dem unter dem Strich für ihn gerechten Remis, auch wenn sein Team nach dem Coburger 2:2-Ausgleich in der Vorwärtsbewegung nicht mehr allzu viel zustande brachte.
Wie ein Stich ins Herz traf die DVVler der frühe Rückstand. Ein leichtfertig verursachter Freistoß aus 45 Metern von Michael Mantel segelte über Freund und Feind hinweg, setzte auf und schlug neben dem verdutzten Torwart Bastian Bauer zum 0:1 ein. Braungardts Devise auf eine sicher stehende Defensive zu bauen war bereits nach 122 Sekunden ad absurdum geführt. Scheinfurt hätte sogar nachlegen können. Ein Heber von Tobias Stöth (4.) touchierte die Querlatte.
Der erste ernsthafte Angriff der Heimelf brachte zu diesem Zeitpunkt den überraschenden Ausgleich. Timo Jahrsdörfer wühlte sich in seiner besten Aktion zur Torauslinie durch, passte nach innen und David Reich (7.) überwand Keeper Dominik Biemer mit einem Beinschuss aus kurzer Distanz. Die Freude darüber währte nicht lange. FT-Kapitän Florian Riegel (18.) nutzte eine Verkettung von Ungereimtheiten im Coburger Abwehrzentrum, drang in den Strafraum ein und überwand Bauer mit einem Schlenzer ins linke Eck. Bis zum Seitenwechsel erarbeiteten sich Jürgen Gahn und seine Mitstreiter ein leichtes Chancenplus. Biemer bewahrte seine Farben bei einem Reich-Kopfstoß und einem Heber von Ertan Sener vor Schaden.
Die optische Überlegenheit der DVVler hielt nach dem Seitenwechsel an. Schweinfurt stand hinten kompakt, leistete sich in der 57. Minute dennoch einen Blackout, der fast einer Kopie es 0:1 gleichkam. Bei einem Freistoß von Tayfun Özdemir fühlte sich niemand für den nach vorne gepreschten Christian Goller (57.) zuständig und von dessen Körper trudelte das Leder zum 2:2 über die Linie. Ein Frustfoul des bereits verwarnten Riegel ergab zu Recht gelb-rot.
Vier Tage zuvor gegen Mitterteich entpuppte sich die Dezimierung des Gegners als Matchball für die Coburger, diesmal nicht. Ihre Offensivaktionen besaßen zu wenig Pfeffer. Aufgrund pomadigen Ballgeschiebes und übertriebener Einzelaktionen vermochte sich der Gast stets rechtzeitig zu sortieren. Nur zweimal roch es noch ernsthaft nach einem Treffer. Der eingewechselte Hüseyin Güdek (83.) stellte aus zwölf Metern sein Visier zu hoch ein und einen tückischen Flachschuss von Patrick Schuberth (88.) parierte Biemer mit Bravour. Schweinfurts Coach machte den sichtlich gefrusteten DVVlern hinterher Mut. „Ihr wart deutlich besser als unsere letzten Gegner. Wir stehen uns im nächsten Jahr in der Landliga wieder“, so sein Fazit.
DVV Coburg: Bauer – Özdemir, St. Leffer, Goller, Gahn – Jahrsdörfer, M. Leffer (ab 86. Bendig), E. Sener, Schuberth – Reich (ab 63. Güdek), Schwesinger.
FT Schweinfurt: Biemer – Stöth, Rothenanger, Ebert, Öztürk – Mantel, Stenzinger (ab 46. Hämmerlein), Riegel, Geißler (ab 83. Zahl) – Haub, Brinkley (ab 72. Freund).
Schiedsrichter: Mario Hofmann (Forchheim).
Zuschauer: 120.
Tore: 0:1 Mantel (2.), 1:1 Reich (7.), 1:2 Riegel (18.), 2:2 Goller (57.).
Gelbe Karten: Reich, Schuberth / Riegel, Brinkley.
Gelb-rote Karten: - / Riegel (58.). hh
Quelle: Neue Presse