DVV Coburg I - ASV Rimpar 3:1 (1:0)
DVV Coburg fuhr drei wichtige Punkte ein
Durch einen mühsamen, aber letztlich ungefährdeten 3:1-Erfolg über den ASV Rimpar machte der DVV Coburg wertvollen Boden gut und befindet sich vor dem Nachbarderby beim FC Burgkunstadt wieder in Reichweite zum rettenden Ufer. In einer zerfahrenen Begegnung mit vielen Stockfehlern auf beiden Seiten schafften es die Gastgeber diesmal ihre Treffer zu strategisch und psychologisch wichtigen Zeitpunkten zu erzielen. Tor Nummer eins fiel unmittelbar vor dem Seitenwechsel, das 2:0 kurz nach dem Pausentee. Als sich der Gast nach genau einer Stunde Spielzeit noch über seinen Anschlusstreffer freute, bereitete Timo Jahrsdörfer mit seinem dritten Treffer dem Spuk ein Ende und schickte die Unterfranken endgültig auf die Verliererstraße. „Timo hat inzwischen das Niveau aus der letzten Saison erreicht und erzielte bereits seinen zweiten Hattrick in dieser Serie“, freute sich Trainer Stefan Braungardt. Nachholbedarf besitzt sein Sturmpartner David Reich, der nach einer hartnäckigen Oberschenkelblessur erstmals wieder 90 Minuten durchspielte, aber im Abschluss noch nicht der Alte war. Bemängelt werden muss, dass der DVV gegen die „Schießbude“ der Landesliga, die bereits 44 Gegentore kassierte, viel zu lange brauchte, um seinen Takt zu finden. Zu kritisieren ist darüber hinaus das viel zu häufige Quer- und Zurückgeschiebe des Balles in der eigenen Hälfte, durch das man den schwachen Gegner ab und an regelrecht aufbaute. Obwohl die Vestestädter von Beginn an das Geschehen diktierten, besaßen die Rand-Würzburger die ersten Chancen. Der einschussbereite Andreas Hetterich (14.) wurde gerade noch abgeblockt. Wenig später zischte ein schulmäßiger Kopfball von ihm nur knapp am Aluminium vorbei. Dann wurde es auf der Gegenseite turbulent. Reich (23.) zog von der Strafraumgrenze volley ab. Torhüter Jens Kollert fischte das Leder aus dem Winkel. Binnen zehn Sekunden rettete der Keeper anschließend bei Nachschüssen von Tobias Dalke, Lukas Engelmann und erneut David Reich aus kurzer Distanz assistiert von einigen seiner Vorderleute. Als Jahrsdörfer (29.) frei vor Kallert auftauchte, rettete dieser mit einer Fußabwehr. Im Gedanken wohl schon in der Halbzeit waren die Rimparer bei „Jahrsis“ 1:0-Einschlag (45.). Fast ohne Gegenwehr marschierte dieser von der linken Außenbahn kommend quer durch den Strafraum und traf aus zwölf Metern unhaltbar. Auch bei seinem 2:0 hatte Jahrsdörfer, von Jakob Engelmann (49.) mit einem finalen Steilpass auf die Reise geschickt, reichlich Platz und spitzelte das Spielgerät am herausstürzenden Kollert vorbei gefühlvoll in die Maschen. Angesichts des scheinbar sicheren Vorsprungs kehrte bei den Coburgern der Schlendrian ein und sie schienen regelrecht um ein Gegentor zu betteln. Das kassierten sie prompt nach einem haarsträubenden Fehlpass. René Laschzok (60.) legte für Hetterich auf, der aus halbrechter Position knallhart zum 2:1 einlochte. Zum Schockzustand kam es diesmal nicht, denn sofort nach dem Anstoß bediente Dalke (61.) den vor Ehrgeiz sprühenden Jahrsdörfer, der erneut nicht zu bremsen war, mustergültig. In der Folgezeit vergaben die DVVler einige weitere gute Möglichkeiten unkonzentriert. Rimpar setzte bei einem fulminanten Freistoß seines Spielführers Christian Betzel noch ein Ausrufezeichen. Der sichere Bastian Bauer verhinderte mit einem super Reflex einen Einschlag.
Trainerstimmen zum Spiel:
Stefan Braungardt (DVV Coburg):
Das war heute ein verdienter Arbeitssieg. Allerdings machten wir uns das Leben selbst schwer. Souverän war das Ganze nicht. Es zählen derzeit aber nur die Punkte. Wir haben schon besser gespielt und trotzdem verloren. Wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel denken. Ziel ist es bis zur Winterpause aus der Abstiegszone herauszukommen.
René Grimm (ASV Rimpar):
Das war keine gute Leistung von uns. Wir agierten bisweilen undiszipliniert, meckerten und leisteten uns zu viele Fehler. Bei einer Aktion gegen unseren Stürmer Andreas Hetterich Mitte der zweiten Halbzeit im Coburger Strafraum sah ich ein Foul. Hätte es Elfmeter gegeben, wären wir vielleicht noch einmal herangekommen.
Unser Reporter vor Ort: Hans Haberzettl