DVV Coburg I - TuS Frammersbach 4:0 (1:0)

DVV Coburg setzt seinen Aufwärtstrend fort

Nach dem viel versprechenden 1:1 im Nachbarderby beim VfL Frohnlach setzte der DVV Coburg seinen Aufwärtstrend auch im ersten Rückrunden-Heimspiel gegen den harmlosen Aufsteiger TuS Frammersbach fort. Die Gäste waren am Ende mit einer 0:4-Klatsche noch gut bedient. Über die gesamte Distanz verzeichneten sie keine einzige torgefährliche Aktion. Den Hausherren muss man diesmal auch ohne den angeschlagenen Abwehrchef Stephan Leffer und den beruflich verhinderten Lukas Engelmann vom Anpfiff an die richtige Körpersprache und den nötigen Siegeswillen bescheinen. Der ersatzgeschwächte Widersacher aus dem Main-Spessart-Kreis, der sich mit Ausnahme seiner einzigen Spitze Steffen Aloe komplett in der eigenen Hälfte einigelte, kam mit dem Torchecking der Hausherren überhaupt nicht zurecht und verkörperte kein Landesliganiveau. Als Matchwinner für den DVV erwies sich zum wiederholten Male Timo Jahrsdörfer mit seinem dritten lupenreinen Hattrick in dieser Saison. Freilich trugen auch seine Mitspieler ihr Scherflein dazu bei, denn sie setzten ihn mehrfach gut in Szene. „Nachdem wir schon viele Punkte verschenkt haben, sind wir jetzt zum ersten Mal auf Tuchfühlung zum Mittelfeld der Tabelle“, gab der sichtlich erleichterte Coach Stefan Braungardt nach dem Schlusspfiff zu erkennen. Er brauchte sich in keiner Phase Sorgen um den Dreierpack machen. Seine Jungs wollten mit dem böigen Wind im Rücken schnell vorlegen. Ein abgefälschter Scharfschuss von Tobias Dalke (4.) zischte knapp über die Querlatte. Dann zeichnete sich TuS-Keeper Torsten Alsheimer mit starken Reflexen gegen David Reich und Jahrsdörfer aus. Das Aha-Erlebnis für die DVVler folgte in der 23. Minute. Bei einer Eingabe von Ertan Sener nahm Gäste-Spielertrainer Alexander Kirsch die Hand zu Hilfe. Den fälligen Elfmeter verwandelte Jahrsdörfer mit etwas Glück zum 1:0, denn Alsheimer war mit dem Fuß noch am Ball. Anschließend erwies der Sünder Kirsch seiner Mannschaft einen Bärendienst. Wegen Meckerns erhielt er die gelb-rote Karte. Einige weitere Coburger Großchancen bis zum Seitenwechsel wurden unkonzentriert vergeben oder eine Beute des Torhüters. Der zweite Durchgang plätscherte bis zur 60. Minute ohne Höhepunkte dahin. „Wir präsentierten uns nicht überragend, aber geduldig. Die Spielkontrolle war mir wichtiger als hektisches Spiel nach vorne“, umreißt Braungardt seine Zielsetzung, die aufging. Weil seine Defensivabteilung nahezu fehlerfrei agierte, gab es auch keinerlei Anzeichen für einen möglichen Lucky Punch des Widersachers. Die Vestestädter zogen im richtigen Moment wieder an. Sener (61.) ebnete Jahrsdörfer mit einem exakten finalen Pass den Weg zu seinem zweiten Streich. „Jahrsi“ umkurvte an der Strafraumgrenze einen Gegenspieler und schlenzte das Leder unhaltbar ins äußere rechte Eck. Der Rest war Formsache. Dem dritten Einschlag des Goalgetters aus kurzer Distanz ging eine feine Ballstafette über Reich und Engelmann voraus. Den 4:0-Schlusspunkt setzte der eingewechselte Philipp Friedrich im Anschluss an eine Direktkombination mit Dalke und Reich als Wegbereiter durch einen satten Volleyschuss aus 14 Metern. Coburg möchte nun mit Selbstbewusstsein in seine beiden noch ausstehenden Begegnungen bei der TG Höchberg und gegen die SpVgg Selbitz gehen, um auf einem Nicht-Abstiegsplatz zu überwintern.

Unser Reporter vor Ort: Hans Haberzettl
print | top