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Coburg - Der gebürtige Langenzenner ist seit 2001 beim DVV Coburg. Dem früheren Vorstandsmitglied ist es zu verdanken, dass dem von Insolvenz bedrohten Traditionsverein der Absturz in die fußballerische Bedeutungslosigkeit erspart bleibt. Mit viel Engagement und Herzblut hat er zunächst in Eigeninitiative, später in Absprache mit der Vorstandschaft zumindest 13 Spieler überzeugen können, weiterhin die Fußballstiefel für den DVV in der Landesliga zu schnüren. Ergänzt wird die Truppe mit fünf A-Junioren. Auch die beiden Trainer und die Betreuer konnte er für einen Neuaufbau gewinnen. Im Interview mit der Neuen Presse spricht er über seine Motivation, seine Ziele und Wünsche.
Was waren Ihre Beweggründe, sich um einen Neuaufbau beim DVV Coburg zu kümmern?
Meine langjährige Zugehörigkeit zum Verein. Er liegt mir sehr am Herzen. Ich bin nach der Fusion dazu gekommen und so weder DJK/Viktoria- noch VfB-lastig. Als ich die Meldung gelesen habe, dass beide Fußballmannschaften zurück gezogen werden sollen, habe ich mich entschieden, das zu verhindern. Ich wurde selbstständig tätig und habe Kontakt zu Trainern, Spielern und Betreuern aufgenommen.
Wie liefen die sicherlich nicht einfachen Verhandlungen?
Sie gingen über rund 14 Tage. Ich merkte schnell, dass viele Spieler immer noch bereit waren, weiter beim DVV zu bleiben. Die Liste wäre noch größer, hätte man den Spielern etwas früher reinen Wein eingeschenkt, was die finanzielle Situation des Vereins betrifft. Ziel ist künftig ein absolut fairer Umgang mit allen Aktiven und Passiven.
Sind Sie ein wenig stolz darauf, dass Sie eine Mannschaft zusammen gebracht haben?
Ich freue mich sehr, dass es am Sonntag bei der Hallenkreismeisterschaft weiter geht. Wir werden in Ebersdorf mit der neuen Mannschaft antreten. Wichtig war, dass Stützen wie David Reich und Stephan Leffer geblieben sind. Vor allem David hat sich stark eingebracht. Aber auch die beiden Trainer Stefan Braungardt und Olaf Teuchert haben maßgeblichen Anteil am Neuaufbau.
Welche Chancen geben Sie dem neuen Team?
Sportliches Ziel ist der Klassenerhalt, unabhängig von einer möglichen Insolvenz des Vereins, was ich sowieso nicht beeinflussen kann. Wir haben an die Spieler appelliert, dass es nur über ein stabiles Mannschaftsgefüge geht. Alle müssen an einem Strang ziehen. Ich denke der Ligaerhalt ist machbar. Wichtig ist auch, dass der Spielort ab sofort wieder der Hintere Floßanger sein wird, um auch das Vereinsleben zu fördern.
Sind die Sponsoren noch im Boot?
Natürlich geht es nicht ganz ohne Mäzene. Die Last soll in Zukunft aber auf mehrere Schultern verteilt werden. Wir hoffen, dass sich die Coburger Wirtschaft nach dem Neuaufbau wieder verstärkt einbringt. Eine Landesliga-Mannschaft kostet Geld, keine Frage. Der Etat für die Rückrunde ist zugesichert. Alle Spieler der neuen Mannschaft waren zu Zugeständnissen bereit.
Thema zweite Mannschaft. Ist es nicht eine Utopie, auch die Reserve weiter in den Spielbetrieb schicken zu wollen?
Hier hat sich eine Entwicklung ergeben, dass einige Vereinsmitglieder bereit sind, eventuell in der Bezirksliga zu spielen, um das Spielrecht nicht zu verlieren. Mein Appell, der nicht ins Lächerliche gezogen werden sollte: Wer Lust hat beim DVV in der Zweiten zu spielen, kann sich jederzeit bei mir melden.
Gibt es mittelfristige Planungen?
Nein. Die jetzigen gehen aktuell nur bis zum 30. Juni. Erst Ende März werden wir uns mit dem Thema neue Saison beschäftigen.
Die Fragen stellte
Michael Hager
Quelle: Neue Presse Coburg

