DVV I – FC Viktoria Kahl 3:1 (0:0)

Mit herzerfrischendem Offensivfußball fuhr der DVV Coburg gegen den Tabellennachbarn FC Viktoria Kahl einen hochverdienten 3:1-Heimerfolg ein und arbeitete sich in der Tabelle vom Schleudersitz bis auf Rang elf empor. Die „bösen Buben“ vom Untermain, die eine gelb-rote und eine rote Karte kassierten, waren am Ende mit dem Resultat noch gut bedient.

Die taktisch klug eingestellten und läuferisch starken Hausherren hätten eigentlich schon in der ersten Halbzeit alles klar machen müssen, doch sie verballerten klare Torchancen fast im Minutentakt. Als sie dann unmittelbar nach dem Seitenwechsel mit dem 0:1 kalt erwischt wurden, bedeutete der Rückstand nicht wie schon einige Male in dieser Serie den Genickbruch. Die Schützlinge von Stefan Braungardt setzten den Widersacher unter Druck und ließen ihm keine Zeit zum Verschnaufen, was belohnt wurde.

„Wir haben heute den Kahlern wenig zugelassen und in der letzten halben Stunde unsere Überzahl klug ausgespielt. Auch die Umstellung vom 4-5-1-System auf 4-4-2 funktionierte“, fasste der sichtlich zufriedene DVV-Coach seine positiven Eindrücke zusammen. Sein Jungbrunnen mit insgesamt sechs A-Junioren agierte gegen die mit vielen Routiniers bestückten Gäste abgeklärt und wirkte mannschaftlich äußerst geschlossen. Von den Youngsters ragten diesmal Jannek Schmidt als Sechser, Kevin Hartmann als Wirbelwind auf der rechten Außenbahn und der technisch versierte Sahin Yesilyurt im Zentrum noch heraus. Natürlich trugen auch die nach der Winterpause verbliebenen Stammspieler ihr Scherflein zum Gelingen bei.

Die Vestestädter versuchten von Beginn an die Unterfranken mit deren eigenen Mitteln – sprich langen Bällen in die Spitze – zu überlisten, was Spuren hinterließ. Regisseur Patrick Schuberth schickte Hartmann steil, dessen Eingabe nahm Yesilyurt (3.) direkt. Torwart Andreas Will rettete mit einem starken Reflex. Der Keeper stand nun unter Dauerbeschuss und hatte das Glück des Tüchtigen besonders als Kapitän David Reich mehrfach freistand. Das Kahler Tor schien wie vernagelt zu sein. Höhepunkt war ein Gewühl im Strafraum (42.), bei dem Reich binnen weniger Sekunden zweimal scheiterte und Hartmann die Latte anvisierte.

Dann das gegnerische Lebenszeichen, das den Spielverlauf total auf den Kopf stellte. Tim Müller schickte Dominique Boateng (48.) eigentlich mit einem Befreiungsschlag auf die Reise. Dieser schüttelte seinen Bewacher Ata Simitci ab und schob den Ball am machtlosen Onur Thompson vorbei zum 0:1 in die Maschen. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Als Mehmet Demir wegen wiederholtem Foulspiel mit gelb-rot vom Platz musste, zirkelte Schuberth den fälligen Freistoß scharf nach innen. Reich vollendete mit einem spektakulären Flugkopfball aus kurzer Distanz zum längst fälligen 1:1-Ausgleich. Die siegbringenden Impulse kamen von rechts. Einen gut getimten Pass von Hartmann spitzelte Yesilyurt (70.) zum 2:1 über die Linie. Der K.O.-Schlag entpuppte sich als ein Koproduktion der drei wirkungsvollsten Offensivkräfte Yesilyurt, Reich und Hartmann. Letzterer krönte seine Klasseleistung mit dem 3:1 (78.).

Ein unrühmlicher Schlusspunkt von Seiten der Gäste war eine rote Karte für ihren gefrusteten Torschützen Boateng (90.), der sich gegen einen Zuschauer zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ. Am kommenden Samstag möchten die DVVler ihre Fortschritte in der schweren Auswärtsbegegnung bei Kickers Würzburg unter Beweis stellen.

DVV Coburg: Thompson – Leffer, Hahn (ab 84. R. Sollmann), Pawellek, Simitci – Schmidt, Yesilyurt (ab 86. Sener), Hartmann, Giller, Schuberth – Reich (ab 89. Lange).

FC Viktoria Kahl: Will – Rieger, Sohns, Demir, Dogan – Yildiz, Müller, Stürz, Chyla – Knüpf, Boateng.

Schiedsrichter: Arnold (DJK Waldberg/Ufr.).

Zuschauer: 200.

Tore: 0:1 Boateng (48.), 1:1 Reich (57.), 2:1 Yesilyurt (70.), 3:1 Hartmann (78.).

Gelbe Karten: Schuberth/Rieger, Demir.

Gelb-rote Karten: -/Demir (57.).

Rote Karten: -/Boateng (90.).

Unser Reporter vor Ort: Hans Haberzettl
print | top