Desolater Auftritt des TSV Neudrossenfeld
von Horst Wunner
So konsterniert hat man Neudrossenfelds Trainer Detlef Hugel schon lange nicht mehr gesehen. Er wollte diesmal keinen Kommentar abgeben, zu sehr hatten ihn seine Schützlinge enttäuscht. Und das kann man verstehen, denn die Einheimischen waren über weite Strecken der Begegnung indisponiert, brachten überhaupt nichts zustande, es dauerte bis zur 33. Minute, ehe Bauer erstmals den Gästekeeper mit einem Kopfball prüfte. Ohne jedes Konzept und teils lustlos agierte der TSV, verlor die Mehrzahl der Zweikämpfe, von einem Kombinationsspiel war nichts zu sehen. Die Pässe landeten oft beim Gegner oder im Aus. Symptomatisch für das Match: Das 0:1 für die Gäste fiel bereits in der 5. Minute, wobei die Abwehr nahezu tatenlos zusah, als Reich einschob. Der 5:1-Auswärtssieg der Grün-weißen vor einer Woche muss ihnen zu Kopf gestiegen sein, sie unterschätzten offensichtlich den Gegner, der sich dafür mit einer feinen Leistung bedankte. Coburg fightete um jeden Ball, kämpfte unverdrossen und hatte in puncto Schnelligkeit einiges voraus. Reich hätte bereits in der 55. Minute für eine Vorentscheidung sorgen können, verstolperte aber allein vor dem leeren Kasten. Die beste Chance für den TSV bot sich freistehend Nützel (34.), er besaß aber nicht die Nerven zu vollenden. Gleich nach der Pause kam Sudol in Tornähe frei zum Schuss, was aber in einem Querschläger endete. Man hatte nie das Gefühl, dass der TSV die Partie noch einmal wenden könnte, dazu fehlte an diesem Tag einfach das Können. Das 0:2 und 0:3 resultierte aus schnellen Kontern gegen die weit aufgerückte TSV-Abwehr, die hilflos den beiden Toren zusehen musste. In der heimischen Elf erreichte kein Akteur Normalform, im Neudrossenfelder Lager hofft man nun, dass dieser desolate Auftritt eine Eintagsfliege war. Anders die Coburger, die überschwänglich die nicht erhofften drei Punkte feierten. Jeder Spieler von ihnen wusste, um was es ging, kämpfte mit vollem körperlichen Einsatz. Aus der homogenen Elf ragten noch Reich, Stahnke und Schuberth heraus. Der Coburger Coach Stefan Braungardt freute sich zurecht über den couragierten Auftritt seiner Männer, „keiner gab einen Ball verloren, setzte ständig nach“. Aus den Konterchancen hätte man mehr machen können, da fehle noch die Erfahrung in der jungen Mannschaft, diagnostizierte er. Schiedsrichter Burlein leitete unauffällig.
Quelle: Anpfiff.info