DVV I - SV Memmelsdorf 1:2 (1:0)

DVV Coburg ließ sich auskontern

Eine bittere 1:2-Niederlage musste der DVV Coburg im Oberfrankenderby gegen den SV Memmelsdorf hinnehmen. Die Hoffnungen der Vestestädter auf den Klassenerhalt erlitten dadurch einen deutlichen Dämpfer, zumal einige Konkurrenten aus der Abstiegszone gleichzeitig punkteten. Die Gäste, die vor Wochenfrist mit einem 4:1-Heimtriumph über den Dritten Alemannia Haibach eine Durststrecke eindrucksvoll beendeten, sind nach diesem hart erkämpften Arbeitssieg endgültig wieder zurück auf der Sonnenseite der Landesliga und werden wohl in der oberen Tabellenhälfte finishen. Wie schon bei ihrem 3:1 vor zwei Wochen gegen den FC Viktoria Kahl begannen die DVVler hoch motiviert und konzentriert. Die frühe 1:0-Führung spielte ihnen in die Karten. Ihre Viererkette stand bis zum Seitenwechsel absolut sicher und ließ kaum gegnerische Chancen zu. Auch die zweiten Bälle landeten häufig bei den Hausherren, die nach vorne ihr Heil meist in langen Anspielen suchten. Als Manko erwies sich dabei die Tatsache, dass im Mittelfeld zu wenig kombiniert und zu selten Druck vor dem gegnerischen Tor aufgebaut wurde. Nach dem Seitenwechsel wirkte der SVM, dessen erst seit der Haibacher Partie als Verantwortlicher im Amt befindlicher Trainer Thomas Schulz nun von drei auf zwei Spitzen umstellte, agiler. Über die Außenbahnen erzielten seine Akteure Wirkung. Die Vestestädter kamen nicht mehr so aggressiv in die Zweikämpfe und leisteten sich in den entscheidenden Phasen Stock- und Stellungsfehler, die gnadenlos bestraft wurden. „Angesichts unserer dünnen Spieldecke und einiger Verletzter, hatte ich kein Möglichkeiten wirkungsvoll zu reagieren“, gab der sichtlich enttäuschte Heimcoach Stefan Braungardt angesichts des Mangels erfahrener Einwechselspieler zu erkennen. In einer glücklicheren Lage befand sich da sein Memmelsdorfer Pendant, der mit Daniel Probst zum richtigen Zeitpunkt einen Angreifer aufs Feld schickte, der für frischen Wind sorgte. Trotzdem fand Schulz auch Lob für den mit dem Rücken zur Wand stehenden Widersacher. „Die Coburger haben uns kalt erwischt und unsere Taktik auf den Kopf gestellt. Daran mussten wir lange knabbern, aber brachten die nötige Geduld auf. Ein Unentschieden wäre allerdings gerecht gewesen“, betonte er. Das Coburger 1:0 nach nur 142 Sekunden Spielzeit erwies sich als Paukenschlag. Eine Ecke von Sahin Yesilyurt nahm der in der Vorwärtsbewegung gut aufgelegte linke Außenverteidiger Dominik Stahnke an der Torraumlinie des kurzen Pfostens volley. Keeper Michael Menze war machtlos. Die Coburger bemühten sich in der Folgezeit nachzulegen. Trotzdem fehlten ihnen die zündenden Ideen, zumal die routinierte gegnerische Innenverteidigung mit Marco Müller und Maximilian Göbhardt bei raumgreifenden Anspielen den Braten oft im Voraus roch. Auf der Gegenseite zwang Markus Stettner (12.) den erstmals bei der Ersten in einem Pflichtspiel eingesetzten A-Junioren-Torhüter Luca Volk zu einer Parade. Zwei Freistöße aus aussichtsreichen Positionen verfehlten ihr Ziel deutlich. Im zweiten Durchgang besaßen die Braungardt-Schützlinge zunächst eine hochkarätige Gelegenheit, ihren Vorsprung auszubauen. Nach einem Querschläger landete das Leder im Lauf von Kapitän David Reich (60.). Dieser entschloss sich für einen Heber aus 20 Metern, der knapp über die Querlatte strich. Wahrscheinlich wäre ein Pass zu einem von zwei freistehenden Mitspielern besser gewesen. Danach nahm der Vorwärtsdrang des SVM zu. Tobias Stumpf flankte von links auf den langen Pfosten, Fabio Jentsch bediente Tobias Seifert (66.) quer und dieser staubte aus kurzer Distanz zum 1:1 ab. Beim 1:2 wurden die Coburger im Bemühen, das Ruder nochmals herumzureißen, klassisch ausgekontert. Nach einem raumgreifenden Pass von Bernd Schütz auf die neuralgische Stelle der gegnerischen Defensivachse bediente wiederum Stumpf den sich rechtzeitig lösenden Seifert, der aus sieben Metern flach zum 1:2 einlochte. Wie schon gegen Haibach, als er dreimal traf, entpuppte sich der Goalgetter des SVM als Matchwinner.

Unser Reporter vor Ort: Hans Haberzettl
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