DVV Coburg I - FC Burgkunstadt 2:5 (1:1)

Schuhstädter siegen im rassigen Nachbarderby

Durch einen 5:2-Triumph im Nachbarderby beim DVV Coburg entledigte sich der FC Burgkunstadt aller theoretischer Sorgen im Hinblick auf das Erreichen des Klassenerhalts in der Landesliga Nord. Wie sich hinterher herausstellte, wäre dieser Kraftakt allerdings gar nicht mehr nötig gewesen. Kahl und Rimpar, die neben Coburg beide absteigen müssen sowie der Schleuderplatzinhaber Kitzingen verloren allesamt. Durch diese Konstellation hätte selbst eine Niederlage für den FCB die Rettung bedeutet. Trotz des deutlichen Resultates machten es die bereits vor diesem Duell als Absteiger in die Bezirksoberliga stehenden Vestestädter dem Neuling nicht leicht, ungeschoren über die Runden zu kommen. Mit einer schnellen 1:0-Führung im Rücken konterten sie im ersten Durchgang effektiv. Die Schuhstädter brauchten einige Zeit, um sich vom Rückstand zu erholen. Sie fanden aber noch vor dem Seitenwechsel ihren Rhythmus und wurden in der 45. Minute mit dem Ausgleich belohnt. Im zweiten Durchgang erarbeiteten sie sich dann spielerische Vorteile und ein deutliches Chancenplus. Den Sack schlossen sie verdientermaßen erst in der Schlussphase, weil sie insgesamt zielstrebiger und bissiger agierten. Bereits in der dritten Minute versetzten die DVVler die zahlreichen mitgereisten Gästefans in einem vorübergehenden Schockzustand. Kapitän David Reich spielte den wiederum quirligen Sahin Yesilyurt im Strafraum mit einem Flachpass frei und dieser überwand Keeper Holger Aumüller aus kurzer Distanz. Nach einem Eckball von Dominik Stahnke und der anschließenden Flanke von Patrick Schuberth, stieg Ata Simitci (41.) am höchsten, doch er verfehlte per Kopf sein Ziel knapp. Dann bewies Marco Dießenbacher (45.) auf der Gegenseite, wie wertvoll er für sein Team ist. Einen Freistoß aus 20 Metern zirkelte er unhaltbar zum 1:1 in die Maschen. Derselbe Akteur sorgte nach einem Missverständnis in der Abwehr der Hausherren (51.) mit einem platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze für das vorentscheidende 1:2. Beim 1:3 passte die Abstimmung auf der linken Abwehrseite der Braungardt-Schützlinge nicht. Dominik Doppel tankte sich fast widerstandslos in den Strafraum. Seinen Querpass verwertete der gerade eingewechselte Peter Tremel (66.) mit einem Abstauber zum 1:3. Die Heimelf gab nicht auf. Einer der gefährlichen Freistöße von Stahnke fand in Marc Schwesinger (76.) einen dankbaren Abnehmer, der unbedrängt zum 2:3-Anschluss einköpfte. Die Antwort folgte fast postwendend. Marco Dießenbacher bediente seinen Bruder Sven steil. Dieser blieb zunächst an Tremel hängen, aber der nachsetzende Florian Böhmer (78.) schloss reaktionsschnell zum 2:4 ab. Das Sahnehäubchen setzte Sven Dießenbacher (85.) nach einer Flanke von Tremel mit dem Kopf.

Trainerstimmen zum Spiel

Stefan Braungardt (DVV Coburg): "Wohl keiner hat in Coburg in der Winterpause daran gedacht, dass wir mit unserer nach dem Umbruch verbliebenen Rumpftruppe bis zum vorletzten Spieltag im Kampf um den Klassenerhalt mitmischen würden. Heute hat meine Mannschaft nochmals Charakter bewiesen und harte Gegenwehr geleistet. Ich möchte mich für die vier Jahre als Trainer beim DVV, die mir viel gegeben haben, bedanken. Der Mannschaft wünsche ich für die Zukunft viel Erfolg".

Peter Reichel (FC Burgkunstadt): "In der ersten Halbzeit machten wir uns das Leben selbst schwer. Der Ausgleich baute uns auf. Unser Sieg fiel vielleicht etwas zu hoch aus. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die die ganze Saison über ohne Durchhänger agierte. Wir erzielten in der Vor- und Rückrunde jeweils 18 Punkte. Unsere Rettung war, dass wir 28 davon den anderen gefährdeten Klubs von Rang elf abwärts abknöpften".


Unser Reporter vor Ort: Hans Haberzettl
print | top