Energieleistung des DVV wurde belohnt
Obwohl die Vorzeichen vor dem Oberfrankenderby gegen die zuletzt stark auftrumpfende DJK Bamberg nicht zum Besten standen, bezwang der DVV Coburg die Domstädter völlig verdient mit 3:1. Doch auch ohne einen etatmäßigen Torhüter und den verhinderten Abwehrchef Stephan Leffer, bot die Truppe von Stephan Braungardt eine kämpferisch und im zweiten Durchgang auch spielerisch überzeugende Vorstellung. Mit dem seit langem nicht mehr aktiven 43-jährigen Stefan Posavec zauberte der Coach einen Keeper aus dem Ärmel, der wenig beschäftigt war, dessen stoische Ruhe aber seinen Vorderleuten sichtlich gut tat. Daniel Krug machte seine Sache in der Innenverteidigung als Leffer-Stellvertreter bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden ebenfalls ausgezeichnet. „Wenn meine Mannschaft die taktische Marschroute 90 Minuten lang einhält und durch Aggressivität über Kampf zu ihrem Spiel findet, sind wir konkurrenzfähig“, prophezeite Braungardt. Um das technisch versierte Mittefeld der Gäste an die Kette zu legen, wartete er mit einer ungewöhnlichen Maßnahme auf. Auf der Sechser-Position rackerten mit Yannek Schmidt, Patrick Schuberth und Marcel Giller gleich drei Akteure, an denen sich die gegnerischen Spielgestalter, mit Kapitän Marco Müller in vorderster Front, die Zähne ausbissen. Deshalb vermochten sich die DVVler auch mit zunehmender Dauer ein Übergewicht zu erarbeiten und dem Konkurrenten mit gelungenen Kombinationen Nadelstiche zu versetzen. Braungardts Gegenüber, Georg Lunz ,hatte sich das Ganze anders vorgestellt. „Wir wollten hier eigentlich nichts herschenken. Doch der Schiedsrichter verwehrte uns in einer dreckigen Begegnung zwei Elfmeter. Am Ende gewann die Mannschaft, die die Tore gemacht hat“, resümierte er. Mit dieser Frustreaktion tat er freilich Referee Dr. Michael Völk vom SV Reith ein wenig Unrecht, denn dieser wirkte in der harten, aber keinesfalls nickeligen Auseinandersetzung ausgleichend und in seinen Entscheidungen durchaus souverän. Die Hausherren verzeichneten einen Start nach Maß. Der am linken Flügel freigespielte Spielführer David Reich bediente Sahin Yesilyurt (2.) mit einer scharfen Eingabe von Linksaußen und dieser vollendete gegen die Laufrichtung der Abwehr direkt zum 1:0. Don Bosco hielt dagegen. Der agile Garcia Hermandez tanzte ebenfalls auf der linken Außenbahn einen Gegenspieler aus und flanke mustergültig auf Tobias Reißner (12.), dessen platzierter Kopfball unhaltbar zum 1:1 im langen Eck einschlug. In der Folgezeit schenkten sich beide Seiten nichts. Einen Schrägschuss von Reich parierte Torhüter Philipp Ullein dank guten Stellungsspiels. Bei einer Co-Produktion der beiden besten Coburger, Dominik Stahnke und Yesilyurt, rutschte der Youngster einschussbereit haarscharf am Leder vorbei. Auf der Gegenseite verfehlte Stefan Reck aus 20 Metern sein Ziel knapp. Ein Heber von Reißner aus abseitsverdächtiger Position touchierte den Außenpfosten. Wer nach dem Seitenwechsel einen Leistungsabfall der Vestestädter erwartete, wurde eines Besseren belehrt. Während vorher vornehmlich mit langen Bällen agiert wurde, praktizierte man nun zunehmend Kurzpassspiel, das den Wildensorgern nicht schmeckte. Wiederum Stahnke bediente Reich (48.), der allerdings aus kurzer Distanz im Abschluss kein Fortune hatte. Dann folgte der Lohn für das couragierte Auftreten. Ein gelungene Ballstafette über Kevin Hartmann und Schuberth als finale Anspielstationen spitzelte erneut Yesilyurt am herausstürzenden Ullein vorbei zum 2:1 in die Maschen. Bamberg antwortete. Posavec blieb gegen den durchgebrochenen Hernandes Sieger. Der Pfiff des Unparteiischen bleib aus, als Müller nach einem Kopfballduell zu Boden ging und Reck (82.) verzog nach einem Solo. Die endgültige Entscheidung blieb Reich (84.) vorbehalten. Vom eingewechselten Gökhan Sener steil bedient, ließ er Ullein aus 14 Metern mit einem platzierten Flachschuss keine Chance. Durch diesen Erfolg bleibt für die DVVler, die die „rote Laterne“ an den ASV Rimpar abgaben, der Klassenerhalt in Reichweite.
Unser Reporter vor Ort: Hans Haberzettl