DVV Coburg I - 1. FC Sand 2:5 (1:2)

DVVler boten eine klasse Leistung trotz Niederlage 

Fußball kann manchmal gemein sein. Das musste die Youngstertruppe des DVV Coburg in ihrem vorletzten Heimspiel gegen den seit zehn Begegnungen unbesiegten Tabellendritten FC Sand am eigenen Leib verspüren. Die DVVler boten eine klasse Leistung und hielten über weite Strecken mit den Unterfranken hervorragend mit. Zweimal glichen sie einen Rückstand aus. Am Ende mussten sie sich aber mit 2:5 geschlagen geben, weil der clevere Widersacher ökonomischer agierte und sich bietende Räume eiskalt zu Treffern nutzte. Der Gästesieg fiel allerdings zu hoch aus. „Meine Jungs setzten heute die taktischen Vorgaben gut um und bereiteten Sand Probleme. Das stimmt mich zuversichtlich. Mit zunehmender Dauer leisteten wir uns allerdings einige Blackouts, die Mosaiksteine zum Scheitern waren“, bekennt Coach Stefan Braungardt. Sein Gegenüber Erwin Albert zollte den Vestestädtern ein dickes Lob für ihr Aufbäumen im Überlebenskampf. „Coburg fightete mit Herzblut, ging aggressiv in die Zweikämpfe und hinterließ durch kluges Verschieben Wirkung. Freilich kann man eine solche Gangart nicht über 90 Minuten durchhalten. In der Schlussviertelstunde sah man, dass wir fußballerisch etwas reifer sind“, lautete das Resümee des Ex-Profis. Doch was wäre gewesen, wenn David Reich, der vor Wochenfrist in Kitzingen noch zwei Strafstöße sicher verwandelt hatte, mit einem Foulelfmeter unmittelbar vor dem Pausenpfiff nicht an Andreas Muckelbauer gescheitert wäre und wenn Dominik Stahnkes Pfostenkracher nach einer Stunde Spielzeit im Netz gelandet wäre. Ein so dringend benötigter Zähler oder sogar noch mehr lag durchaus in Reichweite. Am Ende brachen nach drei Auswechslungen alle Dämme, zumal die Braungardt-Schützlinge nach einer Knöchelverletzung des agilen Stahnke die Schlussminuten in Unterzahl bestreiten mussten. In dieser Phase wurde auch deutlich, dass Sand gegenwärtig einen Lauf hat. In der sehenswerten ersten Halbzeit herrschte beiderseits Power. Der FCS sorgte gleich für Verwirrung im gegnerischen Strafraum, die Ata Simitci nur mit einem Handspiel zu stoppen vermochte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Daniel Ringbergas (4.) eiskalt zum 0:1. Coburgs Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Reich (14.) hob nach einer Bananenflanke von Dominik Stahnke ab und versenkte das Leder mit einem tollen Flugkopfball aus sieben Metern zum 1:1 flach in den Maschen. Der Kapitän hätte nachlegen können. Nach einem finalen Steilpass von Kevin Hartmann zog er freistehend ab, doch Muckelbauer (22.) verkürzte geschickt den Winkel. Dann erneut die kalte Dusche für den Vorletzten. Bei einer schnellen Ballstafette schickte Marco Mahler den effektiven Matthias Hoff (38.) auf der linken Außenbahn auf die Reise. Dessen Schrägschuss schlug halbhoch zum 1:2 im langen Eck ein. Die Möglichkeit zum Nachlegen wurde vergeben, als Dominik Barth und Stefan Seufert haarscharf an einer Flanke von M. Hoff vorbeisegelten. Nun bäumte sich die Heimelf auf. Ein Stahnke-Geschoss fischte Muckelbauer mit den Fingerspitzen zur Ecke. Als Sahin Yesilyurt von seinem Bewacher Dominik Schwab im Strafraum unsanft von den Beinen geholt wurde, leistete sich Reich (45.) den verhängnisvollen Fehlschuss. Die Auftaktphase der zweiten Halbzeit gehörte dem Gast. Keeper Volk rettete mit einem Reflex gegen den durchgebrochenen Stefan Seufert (53.). Beim verdienten 2:2-Ausgleich tanzte der überragende Yesilyurt (65.) die gesamte Abwehrkette des Widersachers aus und vollendete aus kurzer Distanz. Als bei Coburg aufgrund des enormen Laufpensums die Ordnung verloren ging, setzten die Albert-Schützlinge zweimal durch Seufert und den eingewechselten Philipp Kutzenberger die entscheidenden Nadelstiche. „Wir geben nicht auf und kämpfen in den verbleibenden Auseinandersetzungen mit dem Tabellennachbarn Rimpar und Burgkunstadt bis zum letzten Schnaufer ums Überleben“, so die Trotzreaktion von Stefan Braungardt. Bei den wenigen mitgereisten Sander Fans kam ein wenig Wehmut auf. Ohne einige leichtfertige Punktverluste hätte man auf den Relegationszug in Richtung Bayernliga aufspringen können.

Unser Reporter vor Ort: Hans Haberzettl
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