Interview mit Dieter Beck zur neuen Saison

Beitrag vom 25.05.2011

Der DVV nach dem Abstieg   

Im ruhigeren Fahrwasser unter die Top sechs

von Marco Heumann

Es hat nicht sollen sein. Nach dem 1:3 beim ASV Rimpar am Wochenende steht der Abstieg des DVV Coburg in die Bezirksoberliga fest. Die finanziell gebeutelten Vestestädter haben es mit ihrer jungen Mannschaft nicht geschafft, die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen. Was Dieter Beck eine Liga weiter unten ab dem Sommer erwartet und wie der Kader aussehen könnte, hat der sportliche Leiter im Gespräch mit anpfiff verraten.

„Wir sind froh, dass es überstanden ist.“ Ein wenig ist aus Dieter Becks Stimme sogar Erleichterung herauszuhören. „Natürlich hätte ich gerne weiter in der Landesliga gespielt, aber die letzten Wochen waren für alle sehr anstrengend.“

Abstieg trifft die Verantwortlichen nicht unvorbereitet

Mit einem mit der heißen Nadel gestrickten mehr als dünn besetzten Kader hatte der finanziell gebeutelte Landesligist den Kampf um den Klassenerhalt in Angriff genommen und am Samstag mit dem 1:3 in Rimpar endgültig verloren. „Wir wussten von Anfang an, dass es so laufen könnte“, trifft der Abstieg die Vestestädter nicht unvorbereitet. Die personellen Möglichkeiten erwiesen sich als zu begrenzt. Zwar konnte das junge Team punktuell sehr gute Leistungen abrufen, was unter anderem zu Siegen gegen Don Bosco Bamberg oder in Neudrossenfeld reichte, aber unter dem Strich waren zehn Punkte aus 13 Begegnungen nach der Winterpause einfach zu wenig, um drei Teams hinter sich lassen zu können. Allerdings hat sich die Mannschaft besser als von vielen Experten erwartet verkauft. Viele Begegnungen wurden erst in der Schlussphase, wenn Kräfte und Konzentration der jungen Spieler nachließen, entschieden.
„Wir waren leider nicht mehr in der Lage 120 Prozent zu geben. Rimpar wollte den Klassenerhalt mehr als wir“, blickt der sportliche Leiter auf die entscheidende Partie am letzten Wochenende zurück. Sicherlich spielte dabei auch eine Rolle, dass etliche Akteure, allen voran Kevin Hartmann, einen Doppeleinsatz Landesliga - U19 verkraften mussten. Abgehakt.

Viele Derbys warten

Ab sofort geht der Blick noch intensiver nach vorne. Richtung Bezirksoberliga! „Das wird eine spannende Klasse mit vielen Derbys“, freut sich Dieter Beck schon jetzt auf die Begegnungen mit dem TSV Mönchröden oder dem SV Friesen, in denen auch die Frage geklärt werden könnte, wer denn fußballerisch hinter dem VfL Frohnlach künftig die Kronprinzenrolle in der Region einnimmt. Finanziell soll in jedem Fall ein Chaos, wie im letzten Winter vermieden werden. „Eine solche Situation wollen wir nicht wieder haben“, denkt Dieter Beck mit Schaudern an die Zeit zurück, als der DVV und damit der höherklassige Fußball in Coburg vor dem Aus stand. „Wir wollen und werden den Verein in ein ruhigeres Fahrwasser bringen.“
Sportlich soll das neue Trainerduo Olaf Teuchert und Walter Schuberth einen Platz unter den ersten Sechs der Liga, der gleichbedeutend mit der Qualifikation für die neue fünfgeteilte Landesliga wäre, anstreben.

Sascha Reußenzehn kehrt zurück

Mit welchem Kader dieses Ziel in Angriff genommen wird, darüber soll in den nächsten Tagen Klarheit herrschen. Zahlreiche der jungen Coburger sind bei der Konkurrenz überaus begehrt. Auch die Routiniers David Reich, Patrick Schuberth oder Stephan Leffer dürften bei dem einen oder anderen höherklassigen Verein auf dem Wunschzettel stehen. „Wenn es nach mir geht, dann halten wir die Jungs weitgehend zusammen.“ Mit Daniel Krug, den es in die Reserve des VfL Frohnlach zieht, steht erst ein Abgang fest.
Dafür kehrt Simon Sommer vom VfL Frohnlach nach einem halben Jahr zum DVV zurück und könnte im neuen Bezirksoberliga-Team eine Führungsrolle einnehmen. Ebenfalls wieder bei den Vestestädtern wird ab Sommer Sascha Reußenzehn spielen, der im Winter zum Kreisklassisten TSV Sonnefeld gewechselt war, dort aber nicht richtig glücklich wurde. Zudem rücken fünf Spieler aus der U 19 in den Kader der Herrenmannschaften auf. „Mit dem einen oder anderen Kandidaten stehen wir noch in Verhandlungen“, berichtet Dieter Beck von möglichen weiteren Zugängen, die wohl auch nötig sind.
Schließlich will der DVV auch in der kommenden Saison zwei Herrenteams in den Kampf um Punkte schicken, neben der Bezirksoberliga-Mannschaft, auch eine Zweite in der Kreisliga. „Wenn wir das nicht wollten, hätten wir jetzt nicht diese Wahnsinnsleistung erbringen müssen“, erinnert der sportliche Leiter an die tolle Einstellung der vielen Oldies, die Woche für Woche mitgeholfen haben, die Saison in der Bezirksliga zu Ende zu bringen.Eine Spielzeit, die sicherlich nicht als die ruhmreichste des DVV in die Annalen eingehen wird. Aber auch eine, die einen Neuanfang markieren könnte, und die am Samstag zu einem versöhnlichen Ende gebracht werden soll. „Ich würde schon gerne auch nächste Saison ein Derby gegen Burgkunstadt spielen“, hofft Dieter Beck auf ein letztes Highlight seines DVV, das mit dazu beitragen könnte, dass auch die Schuhstädter in den sauren Abstiegsapfel beißen müssten.

Quelle: Anpfiff.info

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