H i s t o r ie u n d G e g e n w a r t
Fusionen
Der DVV, ausgeschrieben DJK Viktoria / VfB Coburg eV., entstand in den vergangenen Jahren aus den Fusionen des FC Viktoria von 09 Coburg e.V. mit dem DJK Sportverein Rot-Weiß Coburg eV. 1951 und dem VfB Coburg von 1907 eV.
In allen Vereinen war der Fokus während der langen Jahre ihrer Eigenständigkeit auf den Fußballsport gerichtet, auch wenn daneben andere Abteilungen - insbesondere beim VfB Coburg - mit überregionalen Erfolgen existierten (wie z.B. Boxen, Handball und Leichtathletik).
Zum 01.06.1974 schlossen sich die beiden Vereine FC Viktoria und DJK Rot-Weiß zur DJK / Viktoria Coburg eV. zusammen. Ab dem 01.07.2000 entstand aus der Verschmelzung der DJK / Viktoria (übernehmender Verein) mit dem VfB Coburg (übertragender Verein) der heutige Verein DJK Viktoria / VfB Coburg e.V. Im Zuge der Fusionen wurden die Vereine DJK Rot-Weiß Coburg und VfB Coburg im Vereinsregister gelöscht.
Maßgebend für die Zeitrechnung des DVV Coburg ist das Jahr 1909, das Gründungsjahr von FC Viktoria.
Vereinschroniken in Kurzform
FC Viktoria von 09 Coburg
In den Gründerjahren wurde zunächst ein so genannter “wilder Fußball“ gespielt. 1912 schloss sich der FC Viktoria dem Verband Mitteldeutscher Ballspielvereine (VMBV) an und die Spiele liefen in geordneten Bahnen. Gespielt wurde vor allem gegen thüringische und sächsische Mannschaften. Der Erste Weltkrieg (1914-1918) nahm allen Coburger Vereinen fast die Hälfte der Mitglieder weg. Dem FC Viktoria blieb damals nur die Wahl mit dem FC Lichtenfels kombiniert zu spielen. im Jahre 1919 begann wieder ein neuer Aufbau der Sportbewegung. Im VMBV kann der FC Viktoria in seiner Vereinsgeschichte zwei große Abschnitte verzeichnen. Zuerst war es in der Zeit von 1919 bis 1923, als der Name FC Viktoria in der west-, späteren südthüringer Gauliga (höchste Spielklasse) einen guten Klang bekam.
Den zweiten Höhepunkt erreichte der FC Viktoria dann in den Jahren 1928-1933, als alljährlich die Coburger im harten Wettkampf mit den Ligavereinen Lauscha, Steinach, Oberlind, Sonneberg, Neustadt und dem VfB Coburg um die südthüringer Gaumeisterschaft stritten. Die Zugehörigkeit zum VMBV endete 1933, obwohl Coburg bereits seit 1920 zu Bayern gehörte.1933 wurde Coburg dem Fußballgau Bayern angeschlossen. Gleichzeitig erfolgte aus politischen Gründen die Zwangsauflösung des FC Viktoria. Als Folge fand eine sportliche Vereinigung mit dem VfB Coburg statt.
Im Juni 1947 begann die Wiederbelebung des FC Viktoria. Mit der Aufnahme des Spielbetriebes musste in der B-Klasse Coburg-Lichtenfels begonnen werden. In den folgenden Jahren pendelte die Mannschaft zwischen B- und A-Klasse.
DJK Sportverein Rot-Weiß Coburg
1931 wurde in Coburg die DJK (Deutsche Jugendkraft) gegründet. Fußball wurde zunächst in einer eigenen DJK-Runde gespielt, u.a. gegen DJK Franken Lichtenfels, DJK Germania Marktzeuln, DJK Thuringia Sonneberg und DJK Mistelfeld. Aus wirtschaftlichen Gründen trat die DJK dem Verein Germania Coburg als geschlossene Abteilung bei. Dadurch konnten in der Folgezeit auch Spiele gegen andere Mannschaften ausgetragen werden. 1933 kam dann das vorläufige Ende für den Verein, er wurde verboten.
Am 01.07.1951 erfolgte die Wiedergründung. In den folgenden Jahren wurde die DJK Coburg zum größten DJK-Verein im Kreisverband Bamberg. Zum Zeitpunkt der Fusion 1974 mit dem FC Viktoria Coburg spielte die DJK Coburg ebenfalls in der B-Klasse Coburg-Lichtenfels.
VfB Coburg von 1907
Der Vf8 Coburg wurde am 25.10.1907 als Coburger FC (CFC) gegründet. Auch der CFC nahm am Spielbetrieb des Verbandes Mitteldeutscher Balispiel-Vereine (VMBV) teil. In der Runde 1913/14 konnte der CFC einen ersten kleinen Achtungserfolg verbuchen, als er die Endrunde der Mitteldeutschen Meisterschaft erreichte, jedoch schon im Achtelfinale an Wacker Halle scheiterte. Nach dem Ersten Weltkrieg, am 11.12.1918, benannte sich der Verein in VfB Coburg um. In den Runden 1920/21 und 1928/29 erreichte die Mannschaft erneut die Endrunde. Trotz der Tatsache, dass Coburg nun politisch zu Bayern gehörte, spielte man zu dieser Zeit weiterhin in den Spielklassen des VMBV. Dabei gelang 1929 mit dem Erreichen des Halbfinals der Mitteldeutschen Meisterschaft der bis dahin größte Erfolg. Der VfB unterlag schließlich im Halbfinale dem Dresdner SC mit 2:3.
Nachdem 1933 der VMBV aufgelöst und die Gauligen als höchste Spielklasse eingeführt wurden, spielten die Coburger in bayerischen Ligen. Personelle Verstärkung erhielt der VfB durch die 1933 erfolgte Zwangsauflösung des FC Viktoria.
Das erste Spiel der aus den beiden größten Coburger Fußballvereinen gebildeten Liga-Mannschaft fand am 22.10.1933 gegen den FC Bayern Hof statt. Der VfB gehörte erstmals 1935/36 der Gauliga Bayern an, in der zehn Mannschaften antraten, stieg jedoch umgehend wieder ab. Weitere Auf- und Abstiege folgten bis zur kriegsbedingten Einstellung des Spielbetriebes im Herbst 1944.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges (1945), auf das die Auflösung aller Vereine folgte, schlossen sich die ehemaligen Coburger Vereine zunächst zur Sportvereinigung Coburg zusammen. Am 2.12.1948 spaltete sich der VfB Coburg von dieser Vereinigung wieder ab.
Bei Wiederaufnahme des Spielbetriebes nach 1945 wurde der VfB Coburg in die Bezirksklasse Oberfranken-West eingegliedert. In der Saison 1951/52 konnte der VfB Coburg die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die drittklassige 1.Amateurliga Nordbayern erringen.
1967 gelang dem VfB Coburg der Aufstieg in die seit 1963 wieder eingleisige Bayernliga als höchste Amateurklasse.
Im Zeitraum 1967-1984 spielte der VfB Coburg insgesamt 11 Jahre in der Bayernliga. Nach dem Abstieg 1984 begann langsam die sportliche Talfahrt des VfB Coburg bis zur Bezirksliga Oberfranken-West in der Saison 1999/2000.
Mit dem Tod seines jahrzehntelangen Sponsors Dr. Eugen Stocke 1992 verlor der VfB Coburg nicht nur seine Seele, sondern auch die finanzielle Grundlage. Die sportliche und finanzielle Talfahrt führte dazu, dass der über Jahrzehnte als “Underdog“ angesehene, jedoch äußerst solvente Nachbarverein DJK / Viktoria, ausgestattet mit den beiden Sportanlagen am Hinteren Floßanger und Falkenegg, ein gesuchter Rettungsanker für den ehemals großen VfB Coburg war.
DJK / Viktoria Coburg
Durch die Fusion zur DJK / Viktoria Coburg begann der sportliche Aufstieg bis zur Bezirksoberliga Oberfranken 1989. Grundlage dafür war die Zusammenführung der hervorragenden Jugendarbeit in beiden Vereinen. Daraus gingen u.a. die späteren Bundesligaspieler Sascha Licht (auch Junioren-Nationalmannschaft; jetzt Trainer), Frank Greiner (zuletzt VfL Wolfsburg; jetzt Trainer) und Martin Forkel (derzeit TUS Koblenz) hervor.
Sportanlagen
FC Viktoria Coburg
1909 war der Coburger Anger, welchen jeder Verein nutzen konnte, das Spielfeld - auch für den FC Viktoria. In den folgenden Jahren waren mehrere Spielortwechsel in Coburg erforderlich. Zuletzt musste auf dem Kasernenplatz an der Rodacher Straße gespielt werden. Erst 1926 stand der neue Sportplatz an der Rosenauer Straße vor dem Jugendheim zur Verfügung. 1952 wurde dem Verein von der Stadt Coburg ein Gelände, ebenfalls an der Rosenauer Straße, gegenüber dem damaligen Freibad zum Bau einer neuen Sportanlage überlassen. Die Einweihung erfolgte im Jahre 1954 zum 45-jährigen Vereinsjubiläum. 15 Jahre später musste die Anlage dem Badneubau und der dafür benötigten Parkfläche weichen.
Als Ersatz wurde seitens der Stadt Coburg ein Gelände am Hinteren Floßanger angeboten, dem heutigen Sitz der Viktoria-Sportanlage. Die Einweihung erfolgte im Juli 1972.
DJK Rot-Weiß Coburg
Nach der Widergründung 1951 hatte die DJK Rot-Wein Coburg zunächst das Problem, den Spiel- und Trainingsbetrieb auf Fremdplätzen durchführen zu müssen - mangels einer eigenen Sportanlage. Endlich, im Jahre 1958, stellte die Stadt Coburg ein Gelände in der Nähe von Schloss Falkenegg zur Verfügung. Pionier der im Juni 1961 eingeweihten DJK-Sportanlage war der spätere Ehrenvorsitzende Alfred Flögel.
VfB Coburg
Die Spielstätte des Coburg Fußball-Clubs 1907 an der Wiesenstraße wurde am 30.11.1913 als Johann-Leopold-Sportplatz eingeweiht. Davor fanden die Spiele ebenfalls an verschiedenen Orten in Coburg statt. Das 1960 ausgebaute VfB-Stadion wurde 1965 in Dr.-Stocke-Stadion umbenannt.
DVV Coburg - heute
Bezogen auf den Fußballsport war die Fusion der DJK / Viktoria mit dem VfB Coburg im Jahr 2000 eine durchaus sinnvolle Entscheidung. Zu diesem Zeitpunkt spielten beide Vereine in der Bezirksliga Oberfranken-West. Durch die Bündelung des Potentials konnte die 1. Mannschaft innerhalb von zwei Jahren bis in die Landesliga-Nord (ab Saison 2002/2003) aufsteigen. Ein zwischenzeitlicher Abstieg im Jahr 2006 wurde sofort wieder kompensiert.
Die 2. Mannschaft spielt seit 2008 in der Bezirksliga Oberfranken-West. Die zahlreichen Juniorenmannschaften sind seit Jahren durchweg in höherklassigen Ligen angesiedelt.
Sitz und Mittelpunkt des DVV ist die Viktoria-Sportanlage am Hinteren Floßanger. An Sportplätzen stehen dort ein Rasenspielfeld, ein Allwetterplatz (mit Flutlichtanlage), ein Kleinspielfeld (mit Flutlichtanlage), zwei Tennisplätze sowie eine moderne Kegelanlage mit 4 Bundeskegelbahnen zur Verfügung. Das Highlight der Bewirtschaftung ist das 2009 renovierte Restaurant, umbenannt in “Sportsbar“.
Zum 100-jährigen Vereinsjubiläum gastierte am 10.07.2009 die SpVgg Greuther Fürth (2.BL) in Coburg. Mit diesem Spiel wurde gleichzeitig das zur städtischen Schulsportanlage umgebaute ehemalige Dr.-Stocke-Stadion eingeweiht.
Dort trägt der Landesligist DVV auch seine Heimspiele aus. Die 2. Mannschaft spielt grundsätzlich am Hinteren Floßanger.
Mitgliederbestand am 01.01.2010: 513
Verfasser: Herbert Immler
